Reinhardt Graetz

Finanzkrise und die Heuschrecken

Manche Finanzinvestoren verschwenden keine Gedanken an die Menschen, deren Arbeitsplätze sie vernichten. Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.

Franz Müntefering



Heuschrecken, Kapitalismus und Sozialismus
Die „Heuschrecken – Diskussion“, angestoßen von Herrn Müntefering, ist lange überfällig, aber mehr als das Schlagwort von den „Heuschrecken“ ist bisher nicht in der Öffentlichkeit haftengeblieben. Seit die soziale Marktwirtschaft von den Neoliberalen immer mehr ausgehebelt wurde mit der fadenscheinigen Begründung, anders könnten die Firmen im globalen Wettbewerb nicht bestehen, mehren sich die Stimmen, welche eine grundsätzliche Bestandsaufnahme und Neuorientierung der ökonomischen Situation fordern.

Die soziale Marktwirtschaft war ein vielversprechender und durchaus erfolgreicher Ansatz, die Ergebnisse der Wirtschaft möglichst gerecht an alle Akteure des Wirtschaftskreislaufs zu verteilen. Leider ist dieses Wirtschaftsmodell halbherzigerweise nicht weiterentwickelt worden. Es hätte das Zeug dazu gehabt, ein Kardinalproblem des Kapitalismus zu lösen, nämlich den - scheinbaren und künstlichen - Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit aufzuheben.

Kapitalismus:     „Diktatur des Kapitals“          (Theo Sommer)   
Sozialismus:       „Diktatur des Proletariats“    (Karl Marx)   

Diktatur und Demokratie
Eine Diktatur verträgt sich nicht mit einer Demokratie. Daher sind Dauerkonflikte vorprogrammiert zwischen Gruppierungen, die sich als „Staat im Staat“ aufspielen wollen (manche Großkonzerne, auch manche Parteien) und Vater Staat. Der Begriff „Demokratie“ wurde oft genug - bei den Linken wie bei den Rechten - denunziert als eine Art Alibiveranstaltung der Kapitalisten - die Demokratie nur als eine Art Marionettentheater inszenieren würden, aber im Hintergund die Fäden ziehen. So setzen immer noch viele Leute den Begriff „Demokratie“ mit „Kapitalismus“ gleich, und der wird ja vielerorts als grundsätzlich böse wahrgenommen. Demzufolge kann auch die Demokratie nicht viel taugen…!
Diese Denunziation geht immerhin auf Lenin zurück. Bekanntlich hatten auch die National - Sozialisten die Demokratie systematisch verunglimpft, und die Rechten von NPD, AfD etc. schlagen derzeit in genau die gleiche Kerbe.

Kapitalismus
Dass das kapitalistische Wirtschaftssystem seine unbestreitbaren Vorzüge, aber auch grobe Fehler und Mängel hat, ist offenkundig: Millionen von Arbeitslosen lähmen als ungenutztes Potenzial über Jahre ganze Volkswirtschaften; andererseits liegt viel Kapital irgendwo brach oder wird sinnlos verzockt, obwohl es eigentlich an vielen Stellen dringend gebraucht würde! Den "reinrassigen" Kapitalisten ist das wurscht, es kommt ihnen eher entgegen, weil durch die Massenarbeitslosigkeit vordergründig die Arbeitskosten gedrückt werden.

Sozialismus
als Auswegs- und Befreiungsidee musste scheitern, weil eine Diktatur - "des Proletariats“ (>Marx; Trotzki) - keine Befreiung leisten kann; ebenso kann keinem einzigen Arbeiter eine Firma gehören, wenn das Privateigentum an Produktionsmitteln abgeschafft ist. (In China wurde dieser Punkt - jetzt erst! - auf diskrete Weise korrigiert.) Das waren Original - Ideen von Karl Marx, die sich als kardinale Denkfehler erwiesen haben.

Genauso falsch aber ist aber auch die Diktatur des Kapitals. Beides hat am Ende keinen Bestand - die Diktatur des Proletariats hat sich 1989 erledigt; diese Idee von Karl Marx ist als Befreiungslösung inzwischen hinlänglich auch durch die Praxis diskreditiert.

Es gehört nicht viel dazu, ebenso den Zusammenbruch der Diktatur des Kapitals vorauszusagen, weil ausschließlich kapitalorientiertes Wirtschaften an den Bedürfnissen der Wirtschaftspartner vorbei- und damit ins Leere geht. Dadurch werden unnötig Kapital und Ressourcen verschleudert. Es sind zwei Seiten einer Medaille - im Sozialismus wurden die bisherige Kapitalisten enteignet, die Verfügungsgewalt über das Kapital indes eignete sich eine andere Gruppe von Kapitalisten an. Die nutzen es ausschließlich für sich, am Staat vorbei. Dem fehlte zuletzt das nötige Kleingeld, und daher endete der ganze Vorgang 1989 in einer Staatspleite. Das geschah versteckt hinter einer ideologischen Nebelwand. In der ehemaligen DDR kümmerte sich eine besondere Firmengruppe (bekannt geworden unter dem Namen "KoKo" [=Kommerzielle Koordination]) darum, die Kapitalströme entsprechend umzuleiten.

Im Griechenland unserer Tage beobachten wir einen ganz ähnlichen Vorgang: eine Gruppe von Kapitalisten hinterzieht ganz offiziell ihre Steuern und
verschiebt sie an versteckte Plätze. Dem Staat fehlen sie dann natürlich; auch hier wurde eine Zeitlang die Staatspleite hinausgeschoben.

War die Idee des Sozialismus ursprünglich, die Reichen zu enteignen, um deren Reichtum an die Armen zu verteilen, wurde am Ende de facto der Staat enteignet - in der DDR wie in Griechenland - und wie auch neuerdings in Zypern. Die Nutznießer waren Kapitalisten - wie vordem.

Der Kapitalismus wird am Ende scheitern, weil die rein kapitalorientierte Art zu wirtschaften kontraproduktiv zu den eigentlichen Zielsetzungen der Wirtschaft steht und gegen die Interessen der Marktteilnehmer gerichtet ist.

Kapitalismus/Sozialismus: zwei Seiten derselben Medaille
Hierzu gibt es bereits genügend Beispiele - dieses kurzsichtige, ausschließlich kapitalorientierte Verhalten hat bereits einige Großkonzerne und viele kleinere Firmen in den Ruin getrieben! Und, als hätte es noch eines weiteren Beweises bedurft, wurde uns 2008 die Finanzkrise beschert. Mit einem gewaltigen Getöse war die Finanzblase geplatzt, Abermilliarden von Kapital wurden vernichtet. Übrig blieb die Realwirtschaft; das Vertrauen in den reinen Kapitalismus ist seither nachhaltig erschüttert.
Auf seine Weise hat der Sozialismus ähnliche Ergebnisse erzielt: marode Firmen, ineffiziente und bedarfsferne Produkte, schlecht bezahlte, desinterssierte Belegschaften - das führte zu einer Mangelwirtschaft als Dauerzustand. Zudem wurde das Geldwesen im Sozialismus "kastriert"; einige wichtige Geldfunktionen wurden stillgelegt. Vater Staat legte die Preise administrativ fest, so dass zuletzt der Überblick über die tatsächlichen Kosten verloren ging. So verdienten die Firmen viel zu wenig Geld, der Staat musste die Lücken durch Zuschüsse schließen - auf Kosten der Allgemeinheit. Schließlich endete das ganze System 1989 in einer Generalpleite. Kapitalismus wie Sozialismus haben auf ihre Weise jeweils Milliardenwerte verbrannt.

Die Lehre daraus: Real- und Finanzwirtschaft müssen künftig stärker getrennt werden, und der Finanzsektor benötigt ein effizientes, unabhängiges Aufsichtsgremium.

Kein geringerer als Theo Sommer von der "ZEIT" in einem ZEIT - Beitrag vom 3. 1. 2008 ("Die Welt gehört nicht mehr dem weißen Mann") bestätigt diese These:

"...wenn nicht, wird der Kapitalismus im 21. Jahrhundert dasselbe Schicksal erleiden wie der Sozialismus kommunistischer Ausprägung im 20. Jahrhundert. Er wird an seiner menschen-feindlichen Schnödigkeit zugrunde gehen."

Neuerdings hat sich auch Papst Franziskus in die Phalanx der Kapitalismuskritiker eingereiht. In seinem neuen Apostolischen Schreiben 2013 sagt er kurz und knapp: "Diese Wirtschaft tötet" - womit der pure Kapitalismus gemeint ist. Diese Wirtschaft "schließt aus", "vergöttert das Geld", weil es "regiert, anstatt zu dienen" und sie fördere soziale Ungerechtigkeit, die ihrerseits Gewalt hervorbringe. Eine ganze Liste struktureller Schwächen wird hier aufgezählt - deutlich genug.

Striktere Regeln für den Bankensektor
Bei der Finanzmarktkrise 2008 konnte man beobachten, mit welch' atemberaubender Geschwindigkeit der Zusammenbruch der "Blase" erfolgte. Gerecht wäre es indes, wenn die herkömmliche Wirtschaft von den Folgen dieses Vorgangs ausgenommen bliebe. Tatsächlich gibt es einige Branchen - das Handwerk z. B. - welche sich als erstaunlich widerstandsfähig erwiesen haben. Es zeichnet sich inzwischen ein starker Wille ab, die ungezügelten Finanzmärkte international sehr viel stärker unter Aufsicht zu nehmen. Passenderweise dazu wurden fast gleichzeitig globale Manipulationen bei Devisenkursen wie bei dem Libor (Zinssatz für interne Bankenkredite) publik. Ein paar global agierende Bankmanager hatten sich darüber abgesprochen, völlig unkontrolliert.
Es kommt nun freilich darauf an, dass dieses Regelwerk und die Aufsichtsgremien sich nicht in einem kurzfristigen Aktionismus erschöpfen, sondern die Grundlage für einen sehr viel vernünftigeren Umgang mit dem Produktionsfaktor Kapital schaffen. Es bleibt auf jeden Fall spannend...

Die Menschen werden diesen rein kapitalorientierten Firmen mehr und mehr die Gefolgschaft verweigern und in besser wirtschaftende Firmen abwandern. "Besser" heißt: bedarfsorientiert und nachhaltig - und das ist nicht mehr ausschließlich kapitalorientiert! Selbstverständlich machen diese Firmen Gewinne - von Verlusten kann ja keiner leben. Diese Gewinne machen sie aber langfristig, ressourcenschonend und bedarfsorientiert - und damit im Interesse aller Beteiligten!

Beide Diktaturen - des Kapitals und des Proletariats - sind nur zwei Seiten ein und derselben Medaille, die Kapitalismus heißt. Das gilt auch und gerade für das lange boomende Modell China! Dieses Land hat sich mit atemberaubender Geschwindigkeit modernisiert – aber mittelfristig wird es nicht ohne Demokratie auskommen können, wenn es seine Erfolge nicht aufs Spiel setzen will. Inzwischen sind die goldenen Gründerjahre vorbei, und China befindet sich am Rande einer längerfristigen Krise.

Umso unverständlicher, dass die SPD in ihrem neuen Grundsatzprogramm die alte, angestaubte Erlösungsidee namens "Sozialismus" wieder ausgegraben hat. Bisher gab es Sozialismus logischerweise nur als Diktatur des Proletariats. Die SPD träumt nun von einem "demokratischen" Sozialismus - das ist so ein Unding wie gebratenes Eis!

In den Zeiten des Kalten Krieges und der "friedlichen Koexistenz" angeblich unterschiedlicher Wirtschaftsordnungen gab es einen Versuch von Professor Ota Šik, einen "dritten Weg" zwischen Sozialismus und Kapitalismus zu postulieren; es sollte eine Art Kompromisslösung sein, wobei vermeintlich gute Problemlösungen beider Systeme zusammengeführt werden sollten; durch die historische Entwicklung ist dieser Ansatz inzwischen überholt.

Es geht gar nicht darum, einen Kompromiss zwischen diesen beiden Wirtschaftsordnungen zu finden, sondern darum, von beiden Ideengebäuden wegzukommen.

Das heißt, wegzukommen von den vermeintlich einzigen Alternativen Früh- (=Sozialismus) oder Turbokapitalismus! Ota Šik hatte hierzu den Weg aufgezeigt: der zentrale Dreh- und Angelpunkt dabei sollten die menschlichen Bedürfnisse sein.

Jeder ist Anbieter und Konsumenten in Personalunion
Aber es fällt auf, dass wir als "Bedürfnisträger" in unserer Rolle als Konsumenten den Anbietern gar nicht sagen, was wir eigentlich wollen. Daher veranstalten die Anbieter teure Markforschung, um genau das herauszufinden...! Wir sind es gar nicht gewöhnt, dieses zu verlautbaren, sondern nur, zu kaufen oder eben nicht zu kaufen.
Das hat indes tieferliegende Gründe: in unserer Rolle als Anbieter sind wir völlig anders organisiert als in unserer Konsumentenrolle. Als Konsumenten treten wir einzeln auf, während wir als Anbieter/Produzenten zum Teil mächtige, weltumspannende Organisationen gebildet haben, mit einer Machtfülle, die geeignet ist, kleinere Staaten locker zu überspielen. So ist ein groteskes Ungleichgewicht zwischen Konsumenten und Anbietern entstanden; den bisher passiv auftretenden Konsumenten fehlt allerdings bislang das organisatorische und mentale Rüstzeug dafür, den Anbietern gegenüber als ebenbürtige, aktive Nachfrager aufzutreten.
 
Kapital und Arbeit: wirklich Antagonisten? 
Weiter gehört der Konflikt zwischen Kapital und Arbeit endlich beseitigt. Das ist bisher nicht gelungen; der Kapitalismus will ihn nicht auflösen, der real existiert habende Sozialismus war nichts anderes als ein verbrämter Frühkapitalismus, und deswegen konnte und wollte er ihn auch nicht auflösen. Obwohl jeder Wirtschaftsstudent weiß, dass für die Erstellung von Gütern oder Dienstleistungen Kapital, Arbeit, Boden und Informationen nötig sind. Weshalb aber zwei davon sich unentwegt in einer Art naturgegebenem Dauerclinch befinden sollen, das ist ein gut gepflegtes Mysterium noch aus den Anfängen der Industrialisierung, aber sachlich nicht gerechtfertigt.

Konfliktlösung: Belegschaft als anteilige Firmeneigentümer
Dieser Konflikt könnte durchaus ganz elegant aus der Welt geschafft werden, ganz einfach durch ein Firmenmodell, bei dem jedes Belegschaftsmitglied auch Miteigentümer seiner Firma ist. Logisch, dass sich die Gewerkschaften gegen solche Firmenmodelle sträuben! Sie befürchten zu Recht, dass sie bald ihre Geschäftsgrundlage verlören, wenn dieses Geschäftsmodell sich ausbreitete - ohne den Dauerkonflikt zwischen Kapital und Arbeit wären gar keine Gewerkschaften nötig. Alt-Bundespräsident Köhler hatte übrigens genau diese Idee aufgegriffen, alle sind angeblich dafür, nur wieder nicht – die Gewerkschaften!

Wenn jeder Mitarbeiter auch Teilhaber seiner Firma wäre, stünde ihm ein verbriefter Gewinnanteil zu, und er hätte automatisch ein Mitspracherecht an seinem Arbeitsplatz. Er fühlte sich als Firmenmitinhaber in ganz anderer Weise für seine Arbeit und das Wohlergehen seiner Firma verantwortlich, als wenn er dort lohnabhängig beschäftigt wäre.
Da war doch noch was…!? Richtig, die „volkseigenen“ Betriebe in der verblichenen DDR. Diese Bezeichnung war leider nur ein gigantischer Etikettenschwindel: weder bekamen die Mitarbeiter irgendwelche Anteilsscheine, noch war jemals irgendein Belegschaftsmitglied im Grundbuch als Eigentümer verzeichnet, und ein Mitspracherecht bei der Firmenpolitik hatte die Belegschaft schon gar nicht. Wo „volkseigen“ draufstand, war „staatseigen“ oder „parteieigen“ drin.

Passiver Verbraucher - aktiver Nachfrager
Ein Verbraucher verbraucht nur das, was er angeboten bekommt. Als Marktteilnehmer verhält er sich passiv - er reagiert nur auf vorhandene Angebote. Er beeinflusst nicht die Produktpalette der Anbieter - obwohl die ja extra für ihn ihre Produkte erzeugen, bereitstellen und ihm verkaufen wollen!

Der Verbraucher muss daher zu einem unabhängigen Nachfrager avancieren, wenn er Einfluss gewinnen will auf Art und Umfang der angebotenen Produkte. Dazu muss er sich erst mal fragen: Was brauche ich wirklich, was nicht? Das muss er erst lernen. Die Antworten hierauf, fokussiert über unabhängige Institute, könnten zunächst die Produkte der Anbieter beeinflussen, und langfristig die heute bestehende Interessenlage zwischen Industrie und Nachfragern ausbalancieren: die Industrie hat den Kunden [=dem Nachfrager] zu dienen, nicht umgekehrt! Dies setzt voraus, dass der Nachfrager lernt, was er braucht und was nicht - und das von Kindesbeinen an, und dass er das auch sagt!

Der nächste Schritt für die Nachfrager bestünde dann darin, zu den heute bestehenden Firmen analoge Organisationen zu bilden. Deren Geschäftsgrundlage bestünde dann darin, Bedarf aus eigener Bedürfnisforschung heraus zu formulieren, am Markt zu kommunizieren und ihn dort wirksam durchzusetzen. Ganz ähnlich, wie heutige Konzerne mit ihren Produkten und Dienstleistungen schon lange verfahren, um sie zu verkaufen.

Natürlich wären diese Aktionen eigentlich ein Spiel mit verteilten Rollen - betrieben von Nachfragern und Anbietern in Personalunion (mit bisher noch unterschiedlicher Gewichtung), die wir alle schon längst sind. Wir haben's nur noch nicht bemerkt...

 

Literaturhinweis  


Für mehr Info klicken Sie bitte auf die Buchgraphik!

                                                                                                                             
Heiner Flassbeck: Die Marktwirtschaft im 21. Jahrhundert
 
 
 
 
Die Arbeitnehmer sollen stärker am Betriebsgewinn beteiligt werden, um so mehr Nachfrage zu erzeugen.
Vor allem aber soll die Realwirtschaft von den "Zockerbuden" - sprich: den Investmentbanken und den Gierhälsen dahinter  (=der Finanzblase) strikt abgekoppelt werden. Das ist der vielleicht wichtigste Gedanke in diesem Buch.
So gäbe es eine Realwirtschaft, die sich ihr nötiges Kapital bei soliden Banken beschaffen könnte, und eben eine Zockerwelt mit ihren Zockerbuden. Die könnten dann nur noch bei sich selbst Schaden anrichten, aber die Realwirtschaft bliebe davon unbehelligt.
Wenn man nun gleich ganz den unnötigen Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit abschaffen würde, indem man ein neues Firmenmodell einführt, bei dem alle Belegschaftsmitglieder anteilig auch Firmeninhaber sind, hätte man dieses Problem bereits vollständig gelöst! Das würde dann auch juristisch abgesichert garan-tieren, dass alle Firmenmitglieder ihren Anteil am Firmengewinn erhielten. So würde erzielter Gewinn auch wieder zu einem hohen Prozentsatz als Nachfrage in eben dieser Realwirtschaft  wirksam werden - genau, was Herr Flassbeck fordert.

Ganz allgemein wäre dies ein weiterer Schritt weg von den Resten der in den vergangenen Jahrhunderten gewachsenen Sklavenhaltergesellschaft.



Hildegard Ressel: Was ich wirklich brauche



 
 
 
Bestimmen wir wirklich selbst, was wir kaufen, oder wer...? Müssen wir wirklich teure Markenklamotten haben, um letztenendes damit die Kassen der Anbieter zu füllen, und in der eigenen ist immer Ebbe...?
Wer hat uns zuvor ins Ohr geflüstert, was unbedingt "in" und "trendy" ist, und was "gar nicht geht"?

Lesen Sie dieses Buch - danach wird nichts mehr so sein wie vorher. Es sollte in jeder Schule zur Pflichtlektüre werden.


George Orwell: Die Farm der Tiere



Eine bitterböse Fabel über den Sozialismus, der ganz automatisch zum Kapitalismus mutiert und bei dem zuletzt die Schweine regieren. Die Tiere, welche sich durch eine Revolution vom Joch der bösen Menschen zu befreien trachteten, kommen so vom Regen in die Traufe, die Sozialismus heißt.
Sollte Pflichtlektüre für Jedermann sein!

Von diesem Buch stammt das Zitat: "alle Tiere sind gleich, aber einige sind gleicher."