Reinhardt Graetz

Inhalt

 

Gott und die Welt

Kleine Kulturarchäologie

Was uns die Bibelautoren wirklich sagen wollten

 

gottwelt

          

Religion gilt den Dummen als wahr, den Weisen als falsch und den Mächtigen als nützlich.
Seneca

"Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort." (Joh. 1.1)

 

Wer ist eigentlich "Gott" ?

Gibt es ihn oder gibt es ihn nicht? Warum eigentlich rätseln die Leute bis heute über diese Frage?

Vorweg: einen allmächtigen, allgegenwärtigen und allwissenden Gott, (an) den man glauben soll, kann es real nicht geben.

Gäbe es so ein Überwesen tatsächlich, würden wir es alle, ohne Ausnahme, aus eigener Erfahrung kennen. Das wäre ähnlich wie beim blauen Himmel - kein Mensch käme auf Idee, die Mitmenschen aufzufordern, an den blauen Himmel zu glauben - weil ihn jeder kennt. Einen solchen Gott könnte auch niemand per Beschluss etablieren oder abschaffen wollen - und es gäbe auch keine Religionen als begleitende Gedankenkonstruktionen; sie hätten ohne Glauben gar keine Geschäftsgrundlage.

Glauben soll man immer dann, wenn andere Menschen uns etwas erzählen wollen.
Die Aufforderung, etwas glauben zu sollen, ist ein zuverlässiger Hinweis auf den menschlichen Ursprung der Erzählung - heutztage "Narrativ" genannt.
So auch hier: Gott ist eine Glaubensvorstellung, bereits in der Antike von bestimmten Menschen ersonnen. Natürlich sind Glaubensvorstellungen real - aber nur als virtuelles Objekt innerhalb der menschlichen Vorstellungswelt. Wenn der Mensch stirbt, nimmt er seine Vorstellungen mit ins Grab. Sie sind genauso vergänglich wie er selbst. 

Erster Monotheismus
Der erste monotheistische Gott wurde von Pharao Amenophis IV per Beschluss etabliert und verkündet, nachem er sämtliche zuvor etablierten Götter verboten hatte. Nur Aton, der Sonnengott, sollte übrig bleiben. Danach nannte sich "Gottkönig" Amenophis IV in Echnaton um - "der aus Aton hervorgeht".
Nach einem ähnlichen Verfahren wurde bei den Juden der Gott JAHWE, bei den Muslimen Gott Allah implementiert. 
Bei den Christen gilt Jesus Christus als "Sohn Gottes". Menschliche Glaubensvorstellungen können keine Söhne gebären, ergo ist Jesus Christus auch eine Glaubensvorstellung.

Dass durchweg alle Religionen fordern, man solle an einen Gott glauben, ist schon Beweis genug dafür, dass er real gar nicht existieren kann.

Tatsachen existieren unabhängig von Annahmen und Vermutungen
Wenn man aber nur glaubt, es gäbe ihn, (oder glaubt, es gäbe es ihn nicht), existiert dieser Gott nur als Glaubensvorstellung. Ob er auch als reales Überwesen existiert, kann man mit Glauben ohnehin nicht beantworten: Vermutungen und Annahmen - Glauben eben - helfen da nicht weiter; sie geben keine Auskunft darüber, was wirklich ist. Subjektive Vorstellungen existieren aber nur innerhalb und abhängig von einzelnen Menschen - und sind gänzlich verschieden von der Wirklichkeit außerhalb und unabhängig von ihnen.
Ohne Überprüfung der Wirklichkeit erlange ich darüber keine Erkenntnisse und damit auch keine Gewissheit.

Um Klarheit über den Begriff "Gott" zu erlangen, sollte man sich besser dessen historische Entwicklung anschauen. Und, siehe da - schon wird man fündig.

Biologische und kulturelle Evolution
Die Menschheit hat einen langen Weg der biologischen Evolution zurückgelegt, der dazu führte, dass sie sich inzwischen von den Tierspezies deutlich unterscheidet. Inzwischen existiert auch die Auffassung, dass es ebenso eine kulturelle Evolution gebe, die spätestens mit der Aneignung des Moralbewusstseins begann, aber schon deutlich vorher einsetzte und mit der Aneignung von Sprache, Musik, Kunst, Moral, Religion, Philosophie und Wissenschaft ihren Fortgang nahm. Diese Entwicklungsphasen machen wir als Jugendliche bis zum Erwachsenwerden nochmals, sozusagen im Zeitraffer durch. Die wichtigsten Konditionierungen aus dieser Phase bleiben dabei weiterhin wirksam. Sind wir beispielsweise stark von religiösen Vorstellungen beeinflusst, können sie unser Leben entscheidend bestimmen.

Von der Antike bis heute
Bereits in der Antike gab es bestimmte Gruppen, die das Moralbewusstsein unter das gemeine Volk mit Hilfe von Religionen inkl. der dazugehörigen Götter gebracht haben. Damals schon existierten seit Jahrtausenden funktionierende Sklavenhaltergesellschaften - mit einer sehr dünnen Priester- und Herrschaftskaste und den analphabetischen Sklaven unter ihrer Herrschaft. Diese gesellschaftliche Grundstruktur hat im Prinzip bis heute überlebt; Alternativen beginnen erst in unseren Tagen zögerlich Fuß zu fassen. So gibt es beim Klerus wie im säkularen Bereich (Militär, Wirtschaft, Politik, ... ) nach wie vor Organisationen mit streng hierarchischem Aufbau, bei denen immer noch das Prinzip "Befehlen und Gehorchen" von oben herab gilt - natürlich beziehen sie ihre Legitimierung alle von "Gottes Gnaden"...
Seit der Antike sah die verschwindend kleine Minderheit der jeweiligen Herrschaftskaste nur eine Möglichkeit, die übergroße Mehrheit der Sklaven zu beherrschen und sie für ihre Interessen einzuspannen, indem sie mit Zwangsmethoden gegen sie herrschte. Daher ist deren gesamte Herrschaftsphilosophie und -organisation bis heute auf deren Abhängigkeit ausgerichtet. Ein Element dazu ist eine spezifische Gehirnwäsche durch die Priesterkaste, die als Gegenleistung dafür Herrschaftsprivilegien erhält.

Herrscher und Beherrschte
Beide Gruppen sind aufeinander angewiesen: Die Herrscher auf die Arbeitsleistungen der Beherrschten, die Beherrschten auf die Dienstleistungen der Herrscher - wie Vorgabe der allgemeinen Staatsphilosophie, der Religion, Organisation des Staatswesens, der Gesellschaft etc.
Durch die Idee der Demokratie ist dieses Herrschaftsmonopol seit der frz. Revolution gefährdet; sie ist ein Organisationskonzept, bei der die ehemals Beherrschten ihre Angelegenheiten selbst regeln und dadurch die Herrschaftskaste samt ihrer klerikaler Hilfstruppen überflüssig macht.
Die Herrschaftskaste bedient sich seither spezifischer säkularer Ideologien als Religionsersatz, um ihren Herrschaftsanspruch fortzuschreiben. Zugleich kann sie auf die Fortschreibung der alten Gewohnheiten ihrer Beherrschten setzen. Zudem ist zu beobachten, dass in manchen Weltgegenden zwar formal eine Demokratie eingerichtet ist, die alten Eliten aber versuchen, im Hintergrund weiterhin die Fäden zu ziehen. Man muss ja eigentlich nur für genehme Mehrheiten sorgen - und das kann ja mit Hilfe von gezielter Beeinflussung durch bestimmte Medien ganz geräuschlos funktionieren. So kann es denn geschehen, dass auch in einer Demokratie eine de facto - Einparteienherrschaft jahrzehntelang unangefochten das Geschehen in einem Land dominiert.
Inzwischen aber ist das frühere Informationsmonopol der Herrschaftskaste durch die modernen Medien/social networks de facto aufgehoben. Zudem macht ihr das zunehmend verbesserte allgemeine Bildungsniveau zu schaffen; die gesellschaftliche Grundstruktur der früheren Sklavenhalter fängt langsam an zu erodieren. Als Reaktion darauf erleben wir in unseren Tagen einen gewaltigen Anstieg der Bewusstseinsindustrie (>Hollywood, Bollywood), welche die Rolle der früheren Ideologen übernommen hat und auf vielfältige Weise allgemeine Denk- und Handlungsmuster beim "gemeinen Volk" verbreitet. Auch das kann man als Versuch ansehen, die alten Herrschaftsmuster auf subtilere Weise als früher fortzuschreiben; in dieser Branche werden gewaltige Kapitalströme bewegt, und damit werden auch immer bestimmte Interessen verfolgt.

Kulturerbe Bibel
Die Bibel - mit dem Alten Testament, welches identisch ist mit der jüdischen Thora - existiert bereits seit der Antike. Sie ist für uns ein wichtiges Kulturerbe: ihre Autoren hatten deren Texte nicht nur zur Konditionierung der Sklaven, sondern auch als verdeckte Informationsquelle für die Herrschaftskaste verfasst.

Was sagen die biblischen Autoren?

Den Begriff "Gott" erklärt uns hier Johannes (Zitat s. u.), ein biblischer Autor - allerdings recht verklausuliert und zudem sehr sperrig formuliert. Im griechischen Urtext kannte man noch keine Interpunktionen. So erscheint uns der Text auch in der deutschen Übersetzung zunächst immer noch ziemlich rätselhaft.
Für eine bestimmte Vorstellung, nämlich für das personifizierte Gute, wurde ein Wort gesucht, das es bislang noch nicht gab. Im griechischen Urtext erscheint hierfür der Begriff "Logos". Hiermit wurde eine Vorstellung beschrieben, die etwas bewirken soll.
Nach heutigen Verständnis ist ein Wort die Bezeichnung für einen Begriff; das Wort dafür ist in den verschiedenen Sprachen immer unterschiedlich.

Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. - Joh. 1.1

In heutigem Deutsch:

Am Anfang [bestimmter Überlegungen] stand ein Wort für einen [zugeordneten] Begriff, und dieses Wort hieß "Gott".
Etwas eleganter formuliert:
Am Anfang stand eine Idee für eine Wortschöpfung, und die hieß „Gott“.
...oder ganz direkt:

Zuerst wurde ein Wort für einen Begriff erfunden, und das hieß "Gott".

„Gott“ - ursprünglich nur ein Wort
wie wir in der Bibel nachlesen können: ein Wort für einen Begriff - im griechischen Urtext "logos" - der eine menschliche Vorstellung beschreibt, die etwas bewirken soll. So entstand "Gott" als Wortschöpfung für die Personifizierung von "gut", einem der beiden zentralen Pole der Moral: "gut" und "böse". Mit diesem neuen Wort "Gott" sollte die Vorstellung einer "Überperson", die das Gute verkörpert, in den Köpfen der Menschen erzeugt werden.
Dessen Urheber waren demnach antike Philosophen und/oder Kleriker.

So wurde bereits in der Antike der Begriff "Gott" der menschlichen Vorstellungswelt als ein neuer Bestandteil hinzugefügt
.

Und deswegen hat ihn auch noch niemand zu Gesicht bekommen - was sogar durch die Bibel bestätigt wird:
Niemand hat Gott je gesehen - Joh 1.18/1 Joh  4.12
Eine menschliche (Glaubens-)vorstellung muss zwangsläufig unsichtbar bleiben. Diese Tatsache spielt bei der Antwort auf die "Theodizee"-Frage eine wichtige Rolle.

Götter und Religionen - entstehen und vergehen
Mit den Menschen pflegen am Ende ihrer Tage auch ihre Vorstellungen zu sterben. So sind beispielsweise auch Zeus oder Jupiter "gestorben", weil inzwischen niemand mehr an sie glaubt - ungeachtet der Tatsache, dass sie als historische Überlieferungen weiterexistieren; bis heute wird ja "griechische Mythologie" in vielen Schulen gelehrt.
Menschliche Vorstellungen sind für andere unsichtbar, und sie können direkt gar nichts bewirken. Sie sind weder allmächtig, noch allwissend oder allgegenwärtig. Natürlich steht es jedem frei anzunehmen/zu glauben, dass Götter real genauso wie in der Vorstellung existieren - aber dadurch werden sie in der realen Welt nicht einfach erzeugt. Das einzig Reale an derartigen Vorstellungen sind die gläubigen Menschen selbst - mitsamt ihren Vorstellungsinhalten. Und die vergehen automatisch mit dem Ende jedes einzelnen Gläubigen.
Und daher muss auch jeder Versuch, ein real existierendes Überwesen gemäß der menschliche Vorstellung von "Gott" in der realen Welt außerhalb und unabhängig von uns vorzufinden oder gar nachzuweisen, zwangsläufig scheitern.

So schufen sich bereits in der Antike die Menschen ihre Götter selbst.

Die alten Ägypter, Juden, Christen und Muslime
Pharao Echnaton beschloss und verkündete als erster im antiken Ägypten das Ende aller bisherigen Götter; nur einer, nämlich der Sonnengott Aton, sollte übrigbleiben.
So entstand die erste monotheistische Religion, später gefolgt vom Judentum mit seinem Gott Jahwe und dem Islam mit seinem Gott Allah. Als "reformiertes" Judentum ist bei den Christen die Konstruktion der "Trinität" bemerkenswert, mit den Figuren Vater, Sohn und Heiliger Geist: die "Einheit in der Dreiheit". Das monotheistische Grundprinzip ist da schon wieder aufgeweicht; bei den Katholiken kamen inzwischen eine Fülle von zusätzlichen, zweitrangigen Göttern hinzu, "Heilige" genannt. So bekam auch die "Mutter Gottes" als besondere Heilige ihren Platz. Sie alle wurden per Konzils-Beschluss etabliert und sind nur für bestimmte Teilbereiche des Lebens zuständig - ähnlich wie die vielen Götter in Indien. Sie werden nicht nur verehrt, sondern dürfen auch offiziell "angerufen" werden. Die jüngsten Heiligsprechungen erfolgten erst im Frühjahr 2014 und betrafen zwei Päpste:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/papst-johannes-paul-ii-heiligsprechung-in-der-katholischen-kirche-a-965803.html
http://www.rp-online.de/panorama/wissen/doppelte-heiligsprechung-am-27-april-2014-aid-1.3715776

All' diese Götter samt zugehöriger Religionen wurden durchweg als Glaubensvorstellungen von der jeweiligen Priester- und Herrschaftskaste erfunden, beschlossen und verkündet - bis heute.

Und was ist mit dem Teufel?

Mit dieser Figur, dem personifizierten Bösen, ging es nicht anders zu als mit den einst beschlossenen Göttern: erst in unseren Tagen - 1996 - hat die Anglikanische Kirche ihren bisherigen Teufel einfach wieder abgeschafft - per Beschluss. Die bisherige Teufels-Vorstellung, so ließen sie sich vernehmen, würde u. a. kleine Kinder zu sehr verschrecken.
Genauso, wie einst die Götter mitsamt ihren Religionen unter Pharao Echnaton erfunden, implementiert oder abgeschafft wurden, hat es den Teufel 1996 unversehens auf dem linken Pferdefuß erwischt - ihn ereilte 1996 das gleiche Schicksal wie seine altägyptischen göttlichen Kollegen vor ein paar tausend Jahren. Schwupps, war er auf einmal weg...
http://www.zeit.de/1996/11/IN_DER_HOeLLE_BRENNT_KEIN_FEUER_MEHR

Wird auch "Gott" bald abgeschafft?
Inzwischen gibt es sogar Anzeichen dafür, dass die Anglikanische Kirche auch den Begriff "Gott" abschaffen könnte - nachdem der Teufel als Glaubensfigur ausgedient hat, benötigt man dessen Antipoden "Gott" als Glaubensvehikel nicht mehr wirklich - was ja durchaus konsequent wäre.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/erzbischof-justin-welby-kirchenoberhaupt-zweifelt-an-existenz-gottes-1.2136703

Hier beobachten wir die gleichen Vorgänge, wie sie sie sich zu Zeiten Echnatons bereits im alten Ägypten ereignet hatten.

Einfach so erfinden und verkünden oder umgekehrt abschaffen kann man nur menschliche Vorstellungen - die Begriffe "Gott" oder "Teufel" eingeschlossen. Bei real existierenden Dingen würde so etwas nicht funktionieren.

Wollte man beispielsweise den Mond oder den blauen Himmel abschaffen oder einen zweiten Mond zum ersten hinzufügen wollen, würde das per Beschluss ebensowenig funktionieren. Genauso, wie irgendjemand sein Geburtsdatum beschließen, ändern oder abschaffen könnte.

Natürlich würde man einen real existierenden "Gott" oder "Teufel" ebensowenig einfach per Beschluss hervorbringen oder abschaffen können.

Seit Echnatons Zeiten bis heute wurden immer wieder per Beschluss eine ganze Reihe Götter und Teufel etabliert oder abgeschafft - als Glaubensvorstellungen.  Womit hinreichend bewiesen ist, dass es sich dabei um keine real existierende Überwesen handeln kann.
 

Fazit

"Gott"
- ist nur ein Wort -
und war bereits in der Antike ein spezielles Konstrukt seiner selbsternannten Stellvertreter, um das Moralbewusstsein beim gemeinen Volk zu etablieren und damit gleichzeitig die analphabetischen Sklaven zu konditionieren: "Gott" steht für die Personifizierung von "gut". 
Diese Glaubensvorstellung wurde und wird - bis heute! - von der jeweiligen Priester- und Herrschaftskaste beschlossen und verkündet, und soll so Eingang finden in die menschliche Vorstellungswelt. Die Gottesfiguren (Aton, Jahwe, Allah, Gott Vater...) sind dabei Bestandteile der jeweiligen Religion, die von den zuständigen Religionsdesignern dazukonstruiert und ihnen beigefügt wurde. Natürlich sind sie dabei immer "göttlich inspiriert" worden oder wurden irgendeiner "göttlichen Offenbarung" teilhaftig...

Mystica und Gerüchte werden eher geglaubt als Fakten
Das gemeine Volk muss ja gebührend beeindruckt werden durch bombastische und ehrfurchtgebietende Vorstellungsbilder - dürre Mitteilungen wären da viel zu wenig. Dazu gehören ebenso vage und ungefähre Umschreibungen, etwa dass Gott ein "Mysterium" sei, unbegreiflich, unfassbar, transzendent, überstiege den menschlichen Verstand, etc.
Manche Leute neigen ja in der Tat dazu, ungefähre und blumig beschriebene Dinge eher zu glauben als hieb- und stichfeste Fakten; Gerüchte sprechen sich meist auch schneller herum als Tatsachen. Schmunzelig dabei ist aber auch, dass generell dem gemeinen Volk einerseits die Fähigkeit abgesprochen wird, den Begiff "Gott" auch nur annähernd erfassen zu können - dazu sei es viel zu doof. Andererseits muss man ihm dann aber doch eine minimale Zurechnungsfähigkeit zugestehen - die wird dann benötigt, um all' diese mystisch verbrämten Erzählungen
(auf neudeutsch: "Narrative") zu kapieren, um sie auch zu akzeptieren...

Und so gibt es auch eine Antwort
auf die eingangs gestellte Frage: wer ist eigentlich Gott?

"Gott" ist real nichts weiter als ein Wort für eine extra erzeugte Glaubensvorstellung.

Folgerungen
Ja, wenn das soo ist-

Logisch, dass man eine menschliche Vorstellung nicht sehen kann:
>Niemand hat Gott jemals gesehen. ...<  - 1. Johannes 4.12 -

Ebensowenig ist eine menschliche Vorstellung weder allwissend noch allgegenwärtig - und schon gar nicht allmächtig. Und sie kann daher auch nicht in irgendeiner Form konkret in ein Geschehen eingreifen und Böses verhindern - womit die jahrhundertealte Theodizee-Frage schlüssig beantwortet ist.

Was macht man nun, wenn die Leute glauben sollen, dass aus dieser Glaubensvorstellung weitere logische Folgerungen abzuleiten sind (>aus dem Guten erwächst die Nächstenliebe) -?

Da muss man sich was Besonderes einfallen lassen, für eine Transponierung von abstrakt nach konkret - das muss von Mystica und Wunderdingen umwabert sein, damit die Leute das Staunen kriegen...
Dann tritt mindestens der Heilige Geist als einer der Obersten der Götter-Hierarchie an, um eine Schwangerschaft zu erzeugen, und die spätere menschliche Mutter bleibt bei der Geburt Jungfrau, was ja durchaus seine eigene, skurrile Logik hat. Normal menschlich können derartige Vorgänge ja nicht abgelaufen sein, da ist dann so ziemlich alles möglich.
Zunächst stirbt die Idee der Nächstenliebe wegen vielerlei Anfeindungen, aber sie ist tatsächlich nicht totzukriegen. Im Gegenteil - sie erobert sich einen festen Platz innerhalb der menschlichen Ideale, und damit steigt sie auf in den Himmel (engl. heaven), dem vorgestellten mystischen Ort, wo auch die Liebe, die Gerechtigkeit und als Ursprung all' dessen das/der Gute wohnen... 

Die menschliche Vorstellungswelt

- und damit die Vorstellung von oder über einen "Gott" - existiert nur innerhalb und abhängig von den Menschen. In der Welt außerhalb und unabhängig von den Menschen gibt es diesen "Gott" nicht; Dinge, die dort existieren, wie Sonne, Mond und Sterne sowie alle Naturgesetze könnten Menschen nicht einfach durch Beschluss herbeiführen oder abschaffen; ein extra geforderter Glaube an sie wäre völlig absurd, weil ja jedermann weiß, dass es sie wirklich gibt.
Gäbe es "Gott" (oder irgendwelche Götter) tatsächlich als real existierende/s Überwesen - allmächtig, allgegenwärtig, allwissend und ewig, wie es uns allerlei Glaubenswächter weismachen wollen, wäre es schlichtweg völlig überflüssig, an ein derartiges Wesen glauben zu sollen: jedermann wüsste dann, dass er existieren würde, durch eigene konkrete Begegnungen.

Weil es aber ein derartiges Überwesen gar nicht gibt, wird es keinem Glaubenswächter je gelingen, einen Beweis dafür vorzulegen.
Das geht schon so seit über 4 000 Jahren - und es bleibt einfach ein Ding der Unmöglichkeit.

Natürlich wissen sie das - und schweigen fein stille...

Kein Interesse an Aufklärung

Dessen ungeachtet haben sich alle großen Glaubensgemeinschaften inzwischen zu globalen, durchaus profitablen Konzernen einer Bewusstseinsindustrie enwickelt. Sie haben daher auch gar kein Interesse daran, ihre Klientel über ihre tatsächlichen Ursprünge aufzuklären; sie würden dann nicht nur ihr Selbstverständnis, sondern gleich ihr gesamtes Geschäftsmodell aufgeben müssen.
Und weil das so ist, geben sie bis heute nur ihre Glaubenskonstrukte an ihre Klientel weiter, das gemeine Volk - nicht aber das Wissen um deren Hintergründe.

Diese Antwort kann man nur finden, wenn man sich aus der Welt der menschlichen Vorstellungen hinausbegibt in die Welt der Realitäten. Immerhin kommt der Hinweis darauf aus dem Kulturerbe "Bibel"...!